Buch - und Medientipps  

 

"Alles Recht ist Menschenwerk, für seine Setzung, seinen Vollzug und seine Auslegung sind Menschen verantwortlich. Nie geschieht Recht von selbst."

 

- Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

 

Umgekehrt gilt ebenfalls:                                                                                         "Alles Unrecht ist Menschenwerk. Nie geschieht Unrecht von selbst."

                                                                                                                       

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www.sonnenseite.com

 

Die Beiträge auf der informativen Homepage von Franz Alt  erschöpfen sich nicht in der Kritik des Bestehenden, sondern zeigen viele konkrete Verbesserungen auf, besonders im Bereich Umwelt und Mobilität. Ob man die häufigen religiösen Bezüge von Franz Alt für überzeugend hält und nicht vielmehr mit Prof. Voßkuhle auf die menschliche Verantwortung jedes Einzelnen abstellt, mag jeder für sich selbst beurteilen.

 

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Sternstunde Philosophie - Sendungen - SRF

- www.srf.ch/sendungen/sternstunde -philosophie

 

In den informativen Interviewsendungen werden gesellschaftliche Fragen aus einer umfassenderen Perspektive beurteilt. Bekanntlich ergeben erst mehrere Blickwinkel ein Gesamtbild, das der Wahrheit nahekommt.                         

 

Dr. med. Gunter Frank, "Schlechte Medizin", btb - Taschenbuch, 8, 99 €

 

Der Autor beschreibt meiner Meinung nach größtenteils überzeugend, was im Gesundheitsbereich, in dem immer mehr ökonomische Interessen (Kosten - Nutzen - Denken) eine Rolle spielen, falsch läuft. Der Autor stellt zunächst klar, dass sich seine Kritik nicht gegen die Arbeit von Kliniken, Ärzten (insbesondere in der Notfallmedizin) sowie PflegerInnen in Heimen richtet, die sorgfältig arbeiten und mit hohem persönlichen Einsatz im Interesse des Patientenwohls tätig sind.

 

Inzwischen gibt es aber ein Ausmaß an Fehlentwicklungen, die im Interesse des Patientenwohls öffentlich benannt werden müssen. Ich bin allerdings nicht in allen Punkten der Meinung des Autors, insbesondere teile ich in keiner Weise seine Auffassung, dass wenig Bewegung und schlechte Ernährung keine Risikofaktoren für die Gesundheit sein sollen; dieses sei bisher nicht anhand belastbarer Studien bewiesen (Seiten 174, 175). Die sehr positiven Auswirkungen von Ausdauersport in freier Natur wie Laufen und Radfahren dürfte aber vielen bekannt sein. Solch Ausdauersport sorgt für eine hohe Sauerstoffaufnahme, die Stärkung der Herzmuskulatur und durch das Licht über die Haut für die Bildung von Vitamin D. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass die Deutschen, insbesondere die Norddeutschen, unter großem Mangel an Vitamin D leiden. Auch wenn möglicherweise nicht der Strengbeweis zu führen ist, dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass gute Ernährung sowie Bewegung der Entstehung bzw. Verstärkung von Zivilisationserkrankungen vorbeugen können.

 

Es ist sportwissenschaftlich bekannt, dass schon nach wenigen Stunden Sitzen der Körper den Stoffwechsel drastisch nach unten fährt. Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln: " Durch die Inaktivität drosselt der Körper den Kalorienverbrauch und der feine Regelkreislauf der Enzyme und Botenstoffe gerät ins Stocken. Kontinuierliches Ausdauertraining ist eine der drei wichtigsten Stellschrauben für Stoffwechsel - Tuning. Radtouren in freier Natur eignet sich besser als Indoor - Cycling im Fitnessstudio, da "Sauerstoff das Lebenselixier der Zelle ist, er kurbelt den Stoffwechsel an". Am besten ist Training in Waldgebieten, da hier die Luft durch die Bäume "gefiltert" ist. Leider ist Schleswig - Holstein das waldärmste Bundesland.

 

Sicher ist, dass gesunde Ernährung (z.B. "Mittelmeerkost", bei der Olivenöl verwendet wird)    und ausgewogenes Training (ohne übertriebene Leistungsanforderungen) die Lebensqualität wesentlich verbessert.                                                                                                                                                                                                                                                                                             --------------

 

Anmerkung zu den ökonomischen Interessen im Gesundheitswesen:

Aufschlussreich ist ein Bericht in den Kieler Nachrichten vom 30.12.2015

" Pflegeheime bringen gute Rendite"

Auszug: "Immer mehr Versicherungen, Banken (z..B. Deutsche Bank), Fondsgesellschaften und Pensionskassen haben die Pflegeimmobilien als gute Renditeanlage entdeckt. Angesichts niedriger Zinsen sowie eines Überangebots an Büro -- und Gewerbeimmobilien in vielen Regionen lassen sich überdurchschnttlich hohe Verzinsungen erzielen (zwischen sechs und sieben Prozent). Daher sind neben den großen Pflegeheimketten auch nationale und internationale Finanzinvestoren in Deutschland auf der Suche nach günstigen Übernahmegelegenheiten. Diese Investoren sind breit aufgestellt, so kaufen sie z.B. auch Werften. Die Anlage "Pflegeimmobilie" ist zwar im Immobiliensektor eine Nische, aber wegen der hohen Verzinsung eine besonders interessante. In den USA sind Kliniken und Pflegeimmobilien bei Anlegern längst etabliert."

 

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Erich Fromm, "Haben oder Sein", Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft

 

Ein Buch zum Wiederlesen. Manche Bücher verlieren nichts an Aktualität. Ich finde es erstaunlich, wie genau meiner Meinung nach der Sozialpsychologe Erich Fromm in seinem Buch, das bereits vor fast vierzig Jahren erschienen ist, die Probleme moderner Industriestaaten beschrieben und auch im weiteren Verlauf vorausgesehen hat.

Die Erkenntnisse dürften heute sogar noch aktueller als vor vier Jahrzehnten sein.

Die Aktualität der Aussagen von Fromm verdeutlicht sein Nachlassverswalter Rainer Funk in den Publikationen auf der Homepage der Internationalen Erich - Fromm - Gesellschaft.

 

Fromm kritisierte, dass in kapitalistischen Staaten vorranging berücksichtigt wird, was gut für wirtschaftliches Wachstum ist und nicht das, was gut für den Menschen ist.

Heute sind die meisten Lebensbereiche, u.a. auch der Gesundheitsbereich, durchökonomisiert.

 

Knapp ausgedrückt war die Erkenntnis von Erich Fromm: Primäres Ziel kapitalistischer Staaten ist die Optimierung der Wirtschaftskraft, das Wohlergehen der Menschen und immaterielle Werte sind sekundär. In den marktwirtschaftlich orientierten Staaten ist der Mensch hauptsächlich für die Wirtschaft da und nicht, wie es sein sollte, die Wirtschaft für den Menschen. Der Einzelne muss funktionieren in dem Getriebe, Spaß in der Freizeit dient dazu, wieder gestärkt arbeiten zu können. Einfache Arbeit wird durch Maschinen ersetzt. Wenn die Arbeit zu teuer ist, wird dort produziert, wo es am Billigsten ist (heute z.B. Bekleidung in Bangladesh unter schlechtesten Arbeitsbedingungen). Wer nichts mehr leisten kann, wird ausgemustert. Dieses bezieht sich auf die arbeitende Bevölkerung, nicht aber auf die, welche komfortabel von Kapitalvermögen leben. 

 

(Anmerkung: In den marktwirtschafltich orientierten Staaten ist der Mensch als Arbeitskraft und Konsument gefragt, das hart erarbeitete Geld soll gleich wieder ausgegeben werden.

Der immense Naturverbrauch für die Herstellung neuer Waren spielt dabei kaum eine Rolle.

Die Wirtschaft intereressiert sich nicht für spätere Generationen, sondern den jetzigen Konsumenten).

 

Es liegt auf der Hand, dass ein solches Gesellschaftsmodell von sich aus wenig bis keine Anreize für solidarisches Verhalten setzt, um es noch vorsichtig auszudrücken.

 

So dürfte z.B. die im Jahr 2008 begonnene Wirtschaftskrise als Konsequenz des "Haben - Prinzips" (anders ausgedrückt "Gier") gewertet werden können. Auch die Tendenz, immer mehr essentielle Bereiche, wie z.B. den Gesundheitsbereich, zu ökonomisieren, dürfte unter den "Gier - Modus" fallen, in welchem Menschen unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten wie Gegenstände (Kostenfaktoren) eingruppiert, behandelt und schematisch beurteilt werden (nach der Höhe ihres sog. Marktwerts).

 

Glücklicherweise gibt es Widerstand gegen ein solches Menschenbild und es hat sich seit dem Erscheinen des Buches in der Bundesrepublik eine befriedigend ausgeprägte Zivilgesellschaft entwickelt, in der immer mehr Menschen nicht auf den Staat warten (so hat z.B. der

CSU - Verkehrsminister sich fast nur um die PKW - Maut gekümmert) , sondern sich solidarisch engagieren und eigene Lösungen umsetzen.

 

Zu denken gibt allerdings, dass die konkreten Vorschläge, die Erich Fromm schon vor vierzig Jahren abgegeben hatte, von vielen nur zögerlich umgesetzt werden und häufig immer noch kritiklos auf den "alten, gewohnten Gleisen in die falsche Richtung" (Motto "Viel hilft viel") weitergefahren wird             (bis der Planet ausgeplündert ist).

 

Häufig bezahlen materiell "reiche" Gesellschaften (Quantität) auf der anderen Seite mit der Verminderung immaterieller Werte (Qualität) und die Balance geht verloren.

 

Ein Paradebeispiel für den "Haben- Typus" ist der US - Präsident, der außerdem ein Vertreter von Militarismus und Rassismus (America first) ist, fast alle Latinos als Gewalttäter bezeichnet und eine Mauer zu Mexiko bauen wollte. Man muss sich fragen, ob die US - Wahl noch eine demokratische Wahl gewesen ist, wenn ein solcher Präsident, bei dem nach Einschätzungen von Fachleuten Anzeichen einer psychischen Erkrankung bestehen, gewählt wird. Immerhin gibt es in den USA couragierte BundesrichterInnen, die katastrophale Beschlüsse des Präsidenten gestoppt haben. Auch sein geplanter "Umbau" der Gesundheitsreform "Obamacare" ist gescheitert. Anscheinend funktioniert das System von Checks und Balances in Verbindung mit kritischen Medien (4. Gewalt) einigermaßen.               Der Präsident, der nach eigener Aussage im Wahlkampf    "das Militär liebt",  will jetzt noch den Wehretat, der bereits 600 Milliarden Dollar jährlich umfasst, um weitere 60 Milliarden erhöhen. Bis 2023 soll der Wehretat auf 742 Milliarden Dollar ansteigen. Rüstungsfirmen sowie deren Zulieferer und Handlanger verdienen prächtig an potentiellen Mordwaffen. Die Aktien von Waffenkonzernen wie Northrop Grumman hatten im Dow - Jones - Index Zuwächse zwischen 20 und 40 % innerhalb eines Jahres. Folgerichtig führte der erste Auslandsbesuch im Jahre 2017 den Präsidenten gleich nach Saudi Arabien (menschenrechtlich eines der rückständigsten Länder der Erde), wo Rüstungsexporte der USA  über 100 Milliarden US - Dollar vereinbart wurden.                                                                                  Die Waffenindustrie der USA hat genau die für sie richtige Marionette.

 

Interessanterweise hat auch Russland im Oktober 2017 Waffenverträge mit Saudi Arabien im erheblichen Umfang abgeschlossen. Dieses verdeutlicht, um was es in Wirklichkeit geht:                         Um lukrative Geschäfte.

 

Der Präsident der USA ist auch gegen schärfere Waffengesetze, obwohl im Oktober 2017 in  Las Vegas  58 Menschen von einer Person mit Schnellfeuerwaffen erschossen wurden. Der Präsident ist nur "sicherlich offen" für ein Verbot von Bump Stocks (Vorrichtung, mit der halbautomatische Waffen fast zu Maschinengewehren "erweitert" werden). Aber auch dieser Minimalkompromiss ist zwischenzeitlich gescheitert.

Auch hier liegt es in der "merkwürdigen" Logik des Wirtschaftssystems (bzw. von Typen, bei denen eine bestimmte Hirnregion unterentwickelt ist), dass nach diesem Vorfall die Waffengeschäfte in den USA nicht etwa schlecht, sondern glänzend laufen, denn die Waffenbesitzer haben in Anbetracht des möglichen Verbots von Bump Stocks alle Läden leergekauft. Auch die Aktien von Waffenfabrikanten gewannen deutlich an Wert.

 

Am 14. Februar 2018 (Valentinstag) kam es zu - einmal wieder - zu einem Amoklauf eines Schülers in den USA (Florida). Dieser hat insgesamt 17 Schüler und Lehrer mit einem halbautomatischem Gewehr erschossen. Der US - Präsident betet - einmal wieder - für die Hinterbliebenen. Das FBI war vor der Tat gewarnt worden, gab die Information aber nicht weiter. Es ist die 239. Schulschießerei seit fünf Jahren, als in Connecticut an einer Grundschule 26 Menschen umgebracht wurden.

Der Präsident hatte im Wahlkampf 30 Millionen Dollar von der Waffenlobby "National Rifle Association" erhalten. Der Präsident sprach am 22.2.2018 mit Hinterbliebenen. Seine "bestechende" Logik zur Lösung des Problems lautet: "Bewaffnet die Lehrer". Damit würde die Waffenindustrie doppelt an der Hochrüstungsspirale verdienen.

 

Deutschland verfügt ebenfalls über eine erhebliche Rüstungsproduktion. Die Herstellung eines modernen U - Bootes mit Brennstoffzelle kostet - sage und schreibe -  fast 500 Millionen €.

Dabei handelt es sich gerade mal um Boote von 56 Meter Länge und 7 Meter Breite (ein Bootsmeter Länge a 7 Meter Breite kostet also fast 10 Millionen €). Dafür gelten die Boote als die leisesten weltweit, was ja gerade unter Wasser sehr sinnvoll ist (wegen der möglichen Ortung durch andere ebenfalls teure U - Boote). Noch sinnvoller wäre es meiner Meinung nach allerdings, stattdessen von Werften z.B. Off - Shore - Windkraftanlagen bauen zu lassen.

Von den U - Booten in Deutschland, die mehrere Milliarden Euro gekostet haben, ist momentan

kein Boot einsatzfähig, sämtliche Boote haben einen Ruderschaden oder sonstige Mängel.

 

Das Verteidigungsministerium selbst sprach nach einem Bericht der Kieler Nachrichten vom 21.4.2017 hinsichtlich der Kostenübernahme für den Bau von fünf Korvetten, die 2, 9 Milliarden € kosteten, von einer Selbstbedienungsmentalität der deutschen Werftindustrie."

Die ersten fünf von 2002 bis 2009 gebauten Typen des gleichen Typs hatten (nur) 1, 1 Milliarden € gekostet, etwa 400 Millionen € waren als Preissteigerung in die Kalkulation eingepreist worden, nicht aber 1, 8 Milliarden €."  Wenn sogar das Verteidigungsministerium eine solche Einschätzung abgab ...

 

Es liegt doch auf der Hand, was passiert. Es ist im Grunde immer die gleiche Vorgehensweise, ob teure U - Boote,  Elbphilharmonie (passender Name), Berliner Flughafen,  Bahnhof in Stuttgart, Finanzkrise 2008 und besonders dreist und offensichtlich HSH - Nordbank (das Lehrstück über modernen Kapitalismus mit der Verpflechtung von Wirtschaft und Politik):

Eine bestimmte, überschaubare, clevere, nicht durch "übermäßige Skrupel gehandicapte" Personengruppe bereichert sich, die Verluste werden (später, um den Zusammenhang zu verschleiern) sozialisiert. Juristen mit Prädikatsexamina aus den Ministerien (z.B. das Verteidigungsministerium, das den Bau von Korvetten und die Nachrüstung von Panzern finanziert) lassen sich regelmäßig von den Juristen der Privatfirmen bei der Formulierung der Verträge "über den Tisch ziehen". Der wahre Grund dafür wäre interessant. Fakt ist, dass Juristen im Staatsdienst und gut bezahlte MinisterInnen nicht persönlich für staatliche Verluste haften. Im Mai 2017 warf der Bundesrechnungshof Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vor, ihr Haus habe für die Nachrüstung von 104 "Leopard" - Panzern einen schlechten Vertrag ausgehandelt und erhebliche Risiken für die Steuerzahler akzeptiert. Es wurde bemängelt, dass nur für die ersten drei Exemplare Vertragsstrafen fällig würden, wenn sie verspätet ausgeliefert werden. Bei einer Vertragssumme von über 700 Millionen € betrage die Strafandrohung lediglich 700000 €, monierte der Rechnungshof.

 

Wie es vernünftig geht, zeigt Franz Alt (siehe oben) auf seiner Homepage www.sonnenseite.com insbesondere unter den Rubriken Zukunft, Umwelt und Mobilität. Die Homepage beinhaltet u.a. ein Umweltranking der deutschen Großstädte von Greenpeace (Spitzenreiter außer Konkurrenz ist Freiburg). Im Ausland sind Städte wie Kopenhagen und Amsterdam schon weiter.

In Deutschland wird häufig erst einmal auf die Politik gewartet.

 

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Günter Wallraff, "Aus der schönen neuen Welt - Expeditionen ins Landesinnere", 13,95 €

 

Wallraff beschreibt überzeugend, mit welchen menschenverachtenden Methoden heute teilweise im Wirtschaftsleben gearbeitet wird. Für mich ist das Fazit der Lektüre:

Solche Methoden können erfolgreich bekämpft werden mit solidarischem

Zueinanderstehen der Betroffenen und Öffentlichmachung der sozialen Skandale.

 

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Hans - Herbert von Arnim, "Die Deutschlandakte - Was Politiker und Wirtschaftsbosse unserem Land antun", Bertelsmann Verlag

 

Nach Ansicht des Staatsrechtlers der Verwaltungshochschule Speyer Hans Herbert von Arnim zeigt der Telekom - Skandal beispielhaft, wie Großunternehmen glauben, eine Sondermoral für sich geltend machen zu können. Viele würden das Fortkommen ihres Unternehmens höher gewichten als rechtsstaatliche Regeln. Diesem müsse entschieden entgegengesteuert werden. Die öffenlichen Kontrollen seien nicht zahnlos. Man müsse nur gezielt darauf beharren, dass die allgemeinen Gesetze auch für die Wirtschaftsbosse gelten.

 

Anmerkung: Manchmal mangelt es allerdings nicht nur am solch gezielten Beharren staatlicher Kontrollbehörden, sondern diese behindern im Gegenteil sogar die Aufklärung.         

Ein besonders anschauliches Beispiel für eine Sondermoral von Wirtschaftsunternehmen ist der VW - Skandal betr. Manipulation der Abgaswerte von Dieselfahrzeugen, wobei die staatlichen Kontrollbehörden (Ministerium und Kraftfahrtbundesamt) nicht zur Aufklärung beigetragen, sondern die Aufklärung eher behindert haben. U. a. aus diesem Grund klagte 2016 die EU - Kommission gegen die Regierungen von Deutschland, Tschechien. Litauen, Griechenland, Luxemburg, Spanien und Großbritannien. Die EU - Kommission wirft den Regierungen vor, dass sie nicht zur Aufklärung beitragen, sondern für Intransparenz und Verschleppung sorgen. Selbst dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Bundestages würden Unterlagen vorenthalten, etliche Details würden behandelt wie Staatsgeheimnisse, kritisierte auch der stellvertretende Vorsitzende des                               Abgas - Untersuchungsausschusses des Bundestages, Oliver Krischer von den Grünen.

Das Verkehrsministerium schütze die Autoindustrie vor den Verbrauchern und nicht umgekehrt, beklagen auch Umweltverbände wie die Deutsche Umwelthilfe. Die Deutsche Umwelthilfe hatte schon lange vor den Veröffentlichungen der US - Umweltbehörde vor Abschalteinrichtungen bei PKW und den Folgen für die Umwelt gewarnt. Als der Verein Akteneinsicht forderte, bekam er zwar vom Gericht recht, aber das Kraftfahrzeugbundesamt schickte komplett geschwärzte Dokumente.

 

Die  Bundeskanzlerin wurde 2017 auch vom Untersuchungsausschuss gehört.      

Nach ihrer Aussage hat sie von den Vorfällen erst aus den Medien erfahren und daraufhin den Verkehrsminister (Dobrindt) beauftragt, sich um die Angelegenheit zu kümmern. 

 

Nach Pressemitteilungen vom 10. Juli 2017 soll ein VW - Abgasspezialist dem damaligen VW - Chef Winterkorn sowie VW - Markenchef Herbert Diess bereits bei einem Treffen  am 27. Juli 2015 ausführlich die Betrugssoftware erklärt haben, mit der weltweit etwa elf Millionen Fahrzeuge manipuliert wurden. 

 

                                                                            

 

 

 

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